simplebuttons_kleinUnter der Überschrift „Zwischen Design und Dialog: Politik im Internet“ diagnostiziert Heise Online den bundesdeutschen Online-Wahlkampf. Das Urteil des Beitrags sieht nicht gerade rosig aus und führt das hauptsächlich auf zwei Gründe zurück: Zum einen den mangelnden Online-Dialog und die fehlende Streitbereitschaft zwischen Politik und Internet-Nutzern, zum andern am Frust über die „Zensursula“-Gesetzgebung. Lob findet eigentlich nur eine Abgeordnete der Grünen, die täglich zwei bis drei Stunden blogt und twittert. Die Einschätzung, das Internet-Wahlkampf in Deutschland trotz vieler Investitionen und US-Nachahmerauftritten mehr als nur schwächelt, ist sicherlich richtig, die Ursachenanalyse aber falsch. Mehr lesen »

simplebuttons_kleinEigentlich soll das Internet ja mithelfen, Wissens- und soziale Barrieren abzubauen und für jedermann frei zugänglich zu sein. Soweit die Theorie. Doch das Web 2.0 und vor allem seine Communities haben sich deutlich von einer klassenlosen Gesellschaft entfernt. Das berichtet Christian Stöcker in seinem Spiegel-Online Beitrag Web-Communities: Das Internet als Klassengesellschaft. Nach Untersuchungen in den USA richten sich ärmere und weniger gebildete Schichten eher bei MySpace ein, Mittelstand und Elite bei Facebook. Ähnliches will der Beitrag auch schon in Deutschland gesichtet haben: Gymnasiasten tummeln sich bei Schüler- später bei StudiVZ und als Geschäftsleute bei Xing. Das haben sich die Theoretiker des Internets sicherlich ganz anders vorgestellt. Aber Theorie ist nun einmal das eine, die Praxis etwas ganz (?) anderes.

simplebuttons_kleinDen großen Verlagen gehen die guten Ideen aus – zumindest wenn es ums Geldverdienen geht. Natürlich kann ihnen Angst und bange werden, wenn man die Tendenz zum Zeitungssterben in den USA sieht und auch in Deutschland feststellt, dass Jugendliche kaum noch Zeitung lesen. Das ist eigentlich schade. Aber dass dann aus den Häusern Burda und Springer Ideen kommen, die doch stark an umstrittene GEZ- und Gema-Modelle erinnern, ist doch absurd: Die einen wollen eine Internet-Abgabe auf PCs, die anderen Google zur Kasse bitten. Weil, so heißt es im HORIZONT.NET, „Google den Content der Verlage als kostenloses Vermarktungsasset nutze“. Meine Meinung: Pech gehabt - Man mag über Google und seine Methoden denken wie man will, aber die Zeitungen und Verlage haben vielfach den rechtzeitigen Start ins Online-Zeitalter verschlafen und hoppeln mal müde, mal fix hinterher. Google war clever genug, über seine Angebote ein attraktives Anzeigenumfeld zu schaffen. Und das zahlt sich jetzt in Euro und Dollar aus. Gute Geschäftsideen dürfen nicht bestraft werden. Zwangsabgaben passen nicht in die Marktwirtschaft. Hatte nicht Gorbi schon in anderem Zusammenhang gesagt: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben?“

simplebuttons_kleinMit Begeisterung haben viele den letzten Wahlkampf in den USA verfolgt. Und gerade die Möglichkeiten des Web 2.0 faszinierten. Die Folgen: In Deutschland versuchen große und kleine Parteien, das „Erfolgsmodell“ Obama im Netz abzukupfern. Doch Vorsicht! Schon vor vier Jahren war der Internet-Wahlkampf noch nicht der große Renner. Irgendwie scheinen die Deutschen wenn es um Politik geht, nicht so internetaffin zu sein, wie die US-Amerikaner. Das stützt jetzt eine Forsa-Untersuchung, über die heise online berichtet. Danach sieht weniger als die Hälfte der Deutschen das Internet als geeignetes Mittel zur politischen Beteiligung.  In der Wahrnehmung der Bürger nehme der politische Aspekt des Internets damit den letzten Platz ein. – Die Parteien sind also gut beraten, wenn sie ihre Investitionen klug überdenken und sich nicht alles von ihren Agenturen aufschwatzen lassen, was in den USA gerade in Mode ist. Denn auf die Wirkung kommt es an – und die ist noch dünn.